Essstörungen

(aus: Internationale Klassifikation psychischer Störung der WHO)

Die Anorexie

ist durch einen absichtlich herbeigeführten oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust charakterisiert. Am häufigsten tritt die Störung bei Heranwachsenden und jungen Frauen und Männern auf. Andere Altersgruppen sind weniger häufig betroffen. Die Angst vor einem dicken Körper und einer schlaffen Körperform besteht als eine tiefverwurzelte und überwertige Idee. Die Betroffenen legen eine sehr niederige Gewichtsschwelle für sich fest. Es liegt meist Unterernährung unterschiedlichen Schweregrades vor. Zu den Symptomen gehören eingeschränkte Nahrungsauswahl, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbstherbeigeführtes Erbrechen und Abführen und der Gebrauch von Appetitzüglern und Diuretika. 

Die Bulimie

ist durch wiederholte Anfälle von Heißhunger und eine übertriebene Beschäftigung mit der Kontrolle des Körpergewichts charakterisiert. Dies führt zu einem Verhaltensmuster von Essanfällen und Erbrechen oder Gebrauch von Abführmitteln. Viele psychische Merkmale ähneln denen der Anorexie, so die übertriebene Sorge um Körperform und Gewicht. Wiederholtes Erbrechen kann zu Elektrolytstörungen und körperlichen Komplikationen führen.

Die Adipositas

ist das übermäßige Essen mit einhergehendem Übergewicht und krankhafter Auswirkung. In der Psychotherapie werden individuelle Ursachen gesucht und alternative Verhaltensweisen aufgezeigt.

Es zählen hierzu:

  • Agoraphobie (die Angst, alleine in der Öffentlichkeit zu sein und dass etwas Schlimmes zustoßen könnte)
  • Soziale Phobie (Angst, sich zu blamieren)
  • Spezifische Phobien (z. B. Angst vor bestimmten Tieren, Dunkelheit, Zahnarzt etc.)

Panikstörung

Das wesentliche Kennzeichen einer Panikstörung sind wiederkehrende, schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind. Die wesentlichen Symptome sind plötzlich auftretendes Herzklopfen,Brustschmerzen, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle. Oft enteht auch die Furcht vor dem Sterben oder dem Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden.

Generalisierte Angststörung

Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt. Sie ist „frei flottierend“. Die wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern, Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Es bestehen Befürchtungen, zu erkranken oder einen Unfall zu haben.

Zuletzt aktualisiert am 19.10.2019