Belastungs- und Anpassungsstörungen

Bei dieser Gruppe von Störungen existierten eine oder zwei ursächliche Faktoren für die Symptomatik, nämlich ein belastendes Lebensereignis oder eine besondere Veränderung im Leben. Das Ausmaß der Störung hängt von der individuellen Verarbeitung dieser Faktoren ab. Ohne die Belastungen wäre die psychische Krankheit nicht entstanden und sie behindert außerdem die Entwicklung von erfolgreichen Bewältigungsstrategien und führt aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit.

Hierzu zählen:

  • Akute Belastungsreaktion
    (Vorübergehende Störung aufgrund einer schweren Belastung mit Gefühlen der Bewußtseinseinschränkung, eingeschränkter Aufmerksamkeit und Desorientiertheit. Vegetative Zeichen sind panische Angst, Tachykardie, Schwitzen und Erröten.)
  • Posttraumatische Belastungsstörung
    (Eine verzögerte Reaktion auf ein belastendes Ereignis mit außergewöhnlicher Bedrohung, die in fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas, Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten, meist begleitet von Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, Angst und Depressionen. In der Mehrzahl der Fälle kann eine Heilung erwartet werden.
  • Anpassungsstörungen
    (Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern. Sie treten während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auf (Krankheit, Tinnitus, Trennung, Trauerfall etc. aber auch Elternschaft, Schulbesuch, Ruhestand). Die Anzeichen umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge. Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurecht zu kommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder einer Störung anderer Gefühle oder des Sozialverhaltens sein.)

Zuletzt aktualisiert am 19.10.2019